Blog | Tanzen und Sport in der Schwangerschaft

By Stefanie Durán

Dienstag 30 Juni 2020

Tanzen und Sport in der Schwangerschaft

Wenn ich daran zurückdenke, dass ich vor einem Jahr noch schwanger war, kann ich mir das kaum noch vorstellen. Eine stetig wachsende Kugel, die sich auch noch von Innen bewegt aber auch geliebte Tritte in die Magengegend mit Ultra-Sodbrennen. Unser kleiner Mann übt mittlerweile fleissig das Stehen, zieht sich an allem hoch was er erreichen kann. Sobald er Musik hört, wird getanzt. Ein sehr aktiver und lebensfroher kleiner Mann. 


Viele von euch wissen, dass ich bis zur 39. Schwangerschaftsbis zur 39. Schwangerschaftswoche noch getanzt habe und auch heute sage ich noch, dass das absolut gut war für mich. Aktuell befasse ich mich stark mit dem Thema Sport in der Schwangerschaft und dessen Auswirkungen auf die werdende Mutter und ihr Kind, da ich gerade eine Ausbildung für Kangatraining in dieser Lebensphase mache. PreKanga nennt sich, was ich ab August 2020 anbieten werde. 


So aktiv wie Adrian heute ist, war ich auch während meiner gesamten Schwangerschaft. Tanzen stand mehrfach pro Woche auf dem Plan und auch Schwangerschaftsyoga habe ich ausprobiert. Nach meinen heutigen Erkenntnissen würde ich kein Yoga mehr machen, aber das ist ein anderes Thema. Was ich für mich urteilen kann, ist, dass Sport in der Schwangerschaft absolut vorteilhaft ist. Ich war bis zum Schluss super fit und hab in der gesamten Schwangerschaft nur 12 Kilogramm zugenommen. 


Wer regelmäßig, also mindestens 3x die Woche für 30 Minuten trainiert, bewirkt damit eine signifikant geringere Zunahme an Fettgewebe und eine geringere Gewichtszunahme. Wichtig ist jedoch, dass man die gesamte Schwangerschaft dabei bleibt, denn wer etwa in der Mitte der Schwangerschaft die Aktivitäten beendet, nimmt sogar durchschnittlich mehr zu, als Frauen, die nie trainiert haben. 


Das Training der Mama ist gleichzeitig auch ein Training für die Babys im Bauch. Sie werden widerstandsfähiger und haben eine bessere Toleranz der Geburtswehen und Sauerstoffmangelzustände. Auch die Geburts-PH-Werte sind durchschnittlich besser. 


Kinder, bei denen die Mamas Sport betrieben haben, sollen später auch einen höheren IQ und eine bessere Sprachentwicklung haben. Nun bei der Sprachentwicklung werden wir mal sehen, da er ja trilingual erzogen wird :-) das wird wohl etwas verwirrend werden erstmal. 


Was ich gerade bei PreKanga toll finde und was mir persönlich absolut gefehlt hat in der Schwangerschaft, war ein Training, dass auch den Beckenboden mit einbezieht. Tanzen, vor allem Bachata, hat mir viel gebracht, da man hierbei bereits unbewusst die innerste Beckenbodenschicht mit einbezieht, jedoch habe ich kein bewusstes, regelmäßiges Training gemacht. Unser „Hechelkurs“ war ein Wochenendcrashkurs bei dem die Atemtechnik und Geburtspositionen nur angeschnitten wurden. Wenn man bedenkt, dass fast 40 % der werdenden Mamas ab der 36. Schwangerschaftswoche Harn-Inkontinent werden und diese Rate mit einem professionellen Training auf 20 % reduziert werden kann, macht es also schon Sinn etwas für seinen Beckenboden zu tun. 


Ohne Training übersteigt die Belastung einfach jeglichen Durchhaltevermögens. Ein Training bewirkt nicht nur die Prophylaxe von Harn-Inkontinenz sondern auch von Senkungsbeschwerden und Krampfadern. Wer seinen Beckenboden trainiert, lernt außerdem diesen bewusst anzuspannen und zu entspannen, was für die Geburt wichtig ist und kann sich nach der Geburt schneller von Verletzungen regenerieren. 


PreKanga ist ein Intervalltraining bei dem wir uns neben des Trainings für die Muskulatur der Mama auch auf den Beckenboden konzentrieren und mit verschiedenen Choreos noch den Kreislauf in Schwung bekommen während wir dabei auch noch Spaß haben und viele werdende Mamis aus der Umgebung kennenlernen.  Eine meiner ersten Kanga-Mamas, die mit mir Online-Kurse gemacht hat, hat damals mit uns den Partner-Geburtsvorbereitungskurs gemacht. Es war eine tolle Überraschung, sie so quasi wiederzusehen und auch sich über die Geburt auszutauschen. Der Kurs damals dauerte nur 2 Tage und doch blieb man sich im Hinterkopf. Jetzt überlegt mal wie toll das ist, wenn man ab dem ersten Tag im Kurs bis quasi zur Geburt sich die Schwangerschaft mit anderen werdenden Mamis teilt. Ich denke hier können richtig gute Freundschaften entstehen. 


Fazit:

Die Ausbildung umfasst so viel Input, dass ich es kaum noch abwarten kann es anzubieten und vielen werdenden Mamas ein tolles Workout schenken zu dürfen, welches sie dazu noch auf die Geburt vorbereitet und Kontakte knüpfen lässt. 


In diesem Sinne habt egal ob Schwanger oder nicht Spaß beim Tanzen. 


Eure

Stef