4 Gerüchte, die jeder Tänzer kenn

By Michaela Gottwald

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Ein bisschen Pfeffer, ein wenig Salz, ein Löffelchen Lüge und vielleicht noch eine Brise Wahrheit? Es brodelt ganz vergnügt die Gerüchteküche. Hier sind 4 Gerüchte, die jeder Tänzer kennt.

1.Tanzen ist kein Sport.

Ach herrje..Ich sehe vor meinem inneren Auge alle Tänzer stöhnend die Augen rollen. Ja genau, diesen Satz habe ich in meinem Leben nicht nur einmal zu hören bekommen. Meine Antwort darauf: „Komm doch mal zum Training ;)“. Es gibt immer wieder Menschen die tatsächlich glauben, es handle sich beim tanzen um nicht viel mehr als ein bisschen Herumgehüpfe in Leggins und rosa Tutu. Falsch gedacht! Tanzsport ist ein Hochleistungssport. Auch wenn er es bisher unter anderem aufgrund seiner ungenauen Leistungsmessbarkeit nicht in den Kreis der olympischen Sportarten geschafft hat. Profitänzer aus der ganzem Welt pilgern jährlich in das auserkorene Ausrichterland, um sich mit den Besten zu messen. Die Weltmeisterschaft in den Lateinamerikanischen Tänzen ist ein sportliches Highlight. Wer einmal die bis in die Haarspitzen durchtrainierten Athleten dieses Sports auf der Tanzfläche erlebt hat, wird sogleich eines Besseren belehrt ;).

2.Taktgefühl kann man nicht lernen.

Puh! Ich habe tagelang recherchiert um herauszufinden, wieviel Wahrheit in diesem Gerücht steckt. Ich komme zu dem Entschluss, dass dieser Mythos wie so viele andere nur zur Hälfte der Wahrheit entspricht. Tatsächlich gibt es Menschen, die in ihren musikalischen Fähigkeiten eingeschränkt zur Welt kommen. Sie sind nicht in der Lage Rhythmen und/oder Tonfolgen zu erkennen und auf eine bestimmte Art wiederzugeben. Allerdings ist diese angeborene Art von Wahrnehmungsstörung äußerst selten. Es ist also viel wahrscheinlicher, dass dein Feingefühl für den Takt lediglich ein bisschen aufpoliert werden muss :)! Denn das Gespür für die Musik kann man lernen. Ich erinnere mich an meine ersten Gitarrenstunden, die ich früher in einem kleinen Musikgeschäft nahm. Mein Lehrer stellte die Musik an. Dazu erklang sogleich das regelmäßige Klopfen eines Metronoms. Ein Metronom kannst du dir ähnlich vorstellen wie ein Pendel, das auf dem Kopf steht. Es gibt ein akustisches Tempo an und ist in seiner Geschwindigkeit regelbar. Ich sollte nun den Fuß zum Takt der Musik wippen, während ich das Lied mit meinen neu gelernten Akkorden begleiten sollte. Es klang so einfach und doch musste ich lachen, als es mir nicht auf Anhieb gelingen wollte. Was ich dir damit sagen will ist, dass es oft Dinge gibt von denen man denkt sie seien selbstverständlich. Dabei sind sie manchmal gar nicht so einfach und brauchen etwas Übung und Zeit :). Lass dich nicht entmutigen.

3.Zumba ist kein Tanz.

Wikipedia sagt:„Tanz(vonaltfranzösisch:danse, dessen weitere Herkunft umstritten ist) ist die Umsetzung von Inspiration (meist Musik und/oder Rhythmus) in Bewegung.“.
In meiner Ausbildung als Sport- und Fitnesskauffrau habe ich unzählige Kurse gesehen und erlebt. Aber ich werde nie den Tag vergessen, als die Zumba-Trainerin das erste mal unser Studio betrat. In ihrem neonfarbenen Shirt und ihrer mit bunten Bändern gespickten Hose, zog sie sofort alle Blicke auf sich. Der Trend war gerade erst aufgekommen. Der Boom würde riesig werden. Die Ausmaße konnten wir derzeit noch nicht erahnen. Quirlig wie eine Armeisenarmee sammelten sich die Teilnehmer/innen lachend in unserer Eingangshalle. Als die Musik im Kursraum ertönte, dachten wir das Studio bricht in seinen Grundmauern zusammen! Der Boden bebte, während zu lebendigen Rhythmen Amazonengeschrei und Jubeln ausbrach. Wir eilten die Stahltreppe zum ersten Stockwerk hinauf, um das Spektakel mit eigenen Augen zu sehen. Als wir durch das Glasfenster des Kursraumes lugten, trauten wir unseren Augen nicht. Die Tänzer/innen stampften, dribbelten und schwangen die Hüften zu den vibrierenden Beats. Die Gesichter die nach einer Stunde keuchend und prustend aus dem Raum kamen, strahlten uns überglücklich entgegen. Sie sahen aus, als hätten sie gerade einen Tsunami überlebt. Die Positivität, die sie beim verlassen des Raums auf mich ausstrahlten war unglaublich. Nie wieder habe ich einen Kurs erlebt, indem die Tänzer/innen die Hütte so zum brennen gebracht haben. An alle Zumba-Tänzerinnen und Tänzer da

draußen: Lasst euch nicht ärgern. Ihr seid Tänzer und was für welche :).

4.Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Natürlich wäre es Irrsinn dieses Gerücht als völligen Quatsch zu deklarieren. Denn ich muss gestehen, in ihm steckt zu meinem persönlichen Bedauern ein Funke Wahrheit. Besonders in Tänzen wie Ballett, indem der Körper als Kind schon von Grund auf geformt wird, ist der Einstieg mit Karriereabsichten ab einem gewissen Alter nur noch schwer denkbar. Der Weg zum Profi ist steinig und die Zeit des Erfolgs ist kurz. Spätestens mit Ende 30 hat eine Ballerina ihr Karriereende erreicht. Da das hier aber kein Blog für Trauerklöße sondern für Positivdenker ist :), möchte ich dir folgendes ans Herz legen: Denk nicht immerzu daran, was nicht mehr möglich ist. Konzentriere dich darauf, was noch möglich ist :). Und das ist eine ganze Menge! Die Kalifornierin Greta Pontarelli fing im Alter von 59 Jahren aufgrund einer Osteoporose Diagnostizierung mit dem Pole Dance an um ihre Knochen zu stärken. Aus einem Mittel zum Zweck entstand eine unglaubliche Leidenschaft. Heute ist sie mehrfache Weltmeisterin der Altersklasse 50+ im kunstvollen Tanz an der Stange. Muss ich mehr sagen ;)?

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Tanzen verbindet Menschen unterschiedlichsten Alters, Religionen und Herkunft.