Worauf ist bei Tanzschuhen zu achten?

By Stefanie Krasula

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Ein Thema, das alle Tänzer und Tänzerinnen bewegt ist unser Schuhwerk. Zahlreiche Fragen gehen einen besonders zu Beginn durch den Kopf: Brauch ich schon Tanzschuhe, wenn ich in den Anfängekurs gehe? Woher bekomm ich die eigentlich? Welche Art soll ich denn kaufen? Muss es immer so teuer sein? Fragen über Fragen auf die ich gerne heute im Blogbeitrag eingehen möchte. 

Ab wann brauche ich Tanzschuhe?
Generell gilt - bei einer Probestunde, bzw. wenn du dir noch unsicher bist, ob Tanzen ein neues Hobby von dir wird, sind Tanzschuhe erstmal nicht notwendig. Wichtig ist, dass du jedoch Schuhe trägst, die sauber sind und im Innenbereich verwendet werden. Achtet hier vor allem darauf, was die Tanzschule gegebenenfalls vorschreibt. Tanzschulen mit teurem Parkettboden freuen sich nicht gerade über Straßenschuhe. Straßenschuhe haben weiterhin den Nachteil, dass sie meist eine Gummi- oder Ledersohle haben und man entweder nicht vom Fleck kommt (Gummi) oder wie auf der Eisbahn herumrutscht (Leder). Versucht somit Indoorschuhe zu wählen, die eurem Fuß Halt geben und eine gewisse Rutschfähigkeit ermöglichen, ohne dabei auszurutschen. 

Tanzschuhe sind für alle wichtig, die regelmäßig Tanzen gehen. Für Tänzer ist unser Körper unser Kapital - gute Tanzschuhe sind somit eine Investition in unsere Fußgesundheit. Falsches Schuhwerk belastet Gelenke, Sehnen und Muskeln, was wiederum zu Verspannungen im gesamten Körper führt. Fehlstellungen aus den Füßen können sich bis ins Becken und die Wirbelsäule ziehen. Besonders wir Frauen neigen jedoch dazu eher auf die Optik der Schuhe zu achten, als auf den perfekten Sitz. Also besonders bei Fußfehlstellungen oder Problemen mit Bändern auch mal den Orthopäden zu Rate ziehen. 

Was bewirken Tanzschuhe und worauf muss ich achten? (Die Punkte gelten sowohl für Männer als auch Frauen.)

Ein Tanzschuh sollte...

  • ... dem Fuß Halt geben
    Tanzschuhe sollen nicht nur schön aussehen sondern unserem Fuß Halt geben, sie unterstützen uns in unserer Körperachse, denn der Absatz hilft u.a. dabei, ein besseres Gleichgewicht beim Tanzen zu halten. Wichtig ist, dass der Tanzschuh relativ eng am Fuß anliegt und eine feste, geschlossene Ferse hat, um nicht aus dem Schuh herauszurutschen. Bei dem Material ist darauf zu achten, dass Glattleder und Velourleder nach einer gewissen Zeit noch etwas nachgeben können und sich so dem Fuß nochmal anpassen. 

    Im Gegensatz zu normalen Straßenschuhen gibt es bei Tanzschuhen meist unterschiedliche Schuhweiten, also wie schmal oder breit der Schuh im Umfang ist und somit dem Fuß Platz bietet. Ist er zu weit, rutscht der Fuß vorne heraus und die Zehen krabbeln alleine über die Tanzfläche oder man stößt bei geschlossenen Schuhen vorne an - beide Fälle sind unschön. Sind sie zu eng, werden die Zehen gequetscht oder sie sind schnell ausgelatscht. Da im Laufe des Tages durch Belastung unsere Füße im Volumen zunehmen, ist es sinnvoller abends, mit dickeren Füßen, neue Tanzschuhe anzuprobieren.

    Die Frage nach der Optik und Absatzhöhe stellt sich in diesem Fall nur für die Frau. Riemchen oder geschlossene Schuhe? Für Anfänger ist klar zu empfehlen, dass die Zehenöffnung etwas kleiner gewählt werden sollte, also ohne Riemchen oder als Alternative Riemchen, die mit einem Netz verbunden sind. All dies gibt mehr Halt. Als Absatzhöhe wird zum Einstieg generell ein niedrigerer Absatz mit 4,5 - 5 cm empfohlen. Weiterhin gibt es verschiedene Absatzarten die von etwas breiter bis zum Stiletto Absatz reichen. Auch hier gilt, von breit zu dünn vorarbeiten ;-)
     
  • ... leicht und flexibel sein
    Falsche oder zu schwere Schuhe wirken für den Körper wie ein zusätzliches Gewicht. Der Körper muss also konstant ausgleichen, was zu Muskelschmerzen führt. Ein flexibler Schuh, der zudem noch leicht ist, bietet größere Bewegungsfreiheit.
     
  • ... eine Sohle im richtigen Verhältnis zwischen rutschig und griffig haben
    Es gibt verschiedene Sohlenarten, die je nach Tanzrichtung verwendet werden. Rauledersohlen, Chromledersohlen oder Wildledersohlen sind die gängigsten Varianten. Eine Rauledersohle bietet eine bessere Drehmöglichkeit, wird jedoch durch die Aufnahme von Staubpartikeln mit der Zeit rutischiger, wodurch man die Sohle mit einer Bürste mit Metallborsten aufrauhen sollte. 
     
  • ... euch optisch ansprechen
    Natürlich muss es nicht ein ortopädisches Exemplar darstellen, dass ihr nur notgedrungen zum Tanzen anzieht. Mädels freut euch - ihr habt endlich immer ein gutes Argument neue Schuhe zu kaufen ;-) 

    Was ich euch gerne ans Herz legen möchte ist jedoch, die Schuhe relativ neutral auszusuchen. Gerade zu Beginn hat man meist nur ein Exemplar und man sieht einen Schuh, in den man sich verliebt und den man unbedingt haben will...: Rot... mit Strass... und Bling Bling, Schlangenlederoptik oder sonst irgendwelche außergewöhnlichen Dinge. Doch STOP! Sind wir mal ehrlich: Wie viele Outfits haben wir dazu? Am Sinnvollsten ist die Anschaffung von Schuhen in Bronze/Gold oder Schwarz. Aber auch hier - denkt an eure schönsten Sommeroutfits, die ihr vielleicht nie mit schwarz kombinieren würdet ;-)

Hohe oder flache Schuhe?
Männer 
selbstverständlich erwartet niemand von euch, dass ihr Absatzschuhe tragt ;-) Die meisten von euch werden nach wie vor ihre Sneaker beim Tanzen anhaben, was absolut ok ist. Die oben genannten Tipps sind jedoch trotz allem für euch ebenfalls wichtig, damit ihr Gesundheitsrisiken vorbeugen könnt. Schaut, dass die Schuhe einen festen Halt haben und eine tanzfähige Sohle. 

Es gibt sowohl für Männer als auch Frauen sogenannte Dance Sneaker. Sie haben eine geteilte Sohle und sind dadurch im Mittelfußbereich sehr flexibel. Die Sohlen können auch hier mit einer Chromledersohle auf der vorderen Sohle ausgewählt werden. 

Auch die Mädels fragen sich immer, ob hohe Schuhe ein absolutes MUSS sind. Ich persönlich variiere gerne. Auch ich habe tanzgeeignete Sneakers, die ich besonders auf Kongressen oder in Bootcamps verwende. Dort steht man den ganzen Tag auf den Füßen und abends findet noch eine Party statt, 24 Stunden halte auch ich nicht auf Heels aus. Hohe Schuhe machen jedoch gleich eine ganz andere Körperhaltung und erleichtern uns Drehungen. Wir setzen unsere Balance und Körperbelastung gezielter ein und können so besser folgen. Und sind wir mal ehrlich, sie machen einen besseren Po und wir fühlen uns gleich sexier ;-)

Als Alternative zu den schon beschriebenen Dance Sneakers sind auch Jazztanzschuhe beliebt. Sie schmiegen sich der Fußform an, bieten Halt und sind auch mit Wildledersohle erhältlich. 

Wo kaufe ich meine Schuhe am Besten?
Als Tanzschuh-Neuling empfehle ich jedem, sich in einem Fachgeschäft beraten zu lassen. Ihr habt gelesen, dass es viele Dinge gibt auf die man achten sollte und es gibt zum Teil spezielle Marken, die bei schmaleren oder eben breiteren Füßen geeignet sind. Doch hier ein kleiner Appell, bitte lasst euch nicht beraten und geht danach online shoppen. Die Verkäuferinnen nehmen sich viel Zeit und müssen sich ihre Kompetenz erarbeiten. Gebt lieber einmal mehr Geld aus und kauft eure zweiten Schuhe etwas günstiger. 

Wenn man schon etwas Erfahrung mit Tanzschuhen hat, weiß, was man gerne trägt und welche Absatzhöhe, Material, Sohlenart, etc. man möchte, lohnt sich preislich natürlich ein Blick ins Internet. Es gibt mittlerweile unzählige Plattformen, wo man seine Tanzschuhe günstig erwerben kann und man hat viel Auswahl auch was Farben und Strasssteinchen betrifft. 

Muss es immer teuer sein?
Die Frage nach dem Preis richtet sich nach eurem Geschmack und danach was ihr in eure Fußgesundheit investieren wollt. Nicht immer sind die teuersten Schuhe die Besten und nicht immer sind die günstigeren Varianten so schlecht. Achtet auf die o.g. Tipps und dem Wohlfühlfaktor. 

Fazit
Wie ihr seht gibt es viele Dinge auf die man achten sollte und auch viele Hintergründe was ein falsches Schuhwerk bewirken kann. Ich hoffe ich konnte euch mit den Tipps etwas helfen und freue mich schon auf eure Reaktionen zum Beitrag. 

Habt Spaß beim Tanzen!!!
Eure Stef

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Tanzen verbindet Menschen unterschiedlichsten Alters, Religionen und Herkunft.